Marcus Schmieke: Information, Energie und Bewusstsein

„Also die grundlegende Frage, von der alles andere abhängt, ist nicht mehr die klassische Frage nach dem Wesen des Seins, von der alles Sein ausgeht, sondern die Frage nach der Negativität, der sich kein Sein entziehen kann, dessen Macht, sich kein Sein je entziehen konnte. Das wird die philosophische Frage der Zukunft sein.“ Mit diesem Zitat leitet Marcus Schmieke die Frage ein, wie Information, Energie und Bewusstsein zusammenhängen: weg von monothematischen Ontologien, hin zu mehrwertigen Reflexionstiefen zu denken. Das Selbstbewusstsein differenziert sich vom Sein, indem über die Reflexion reflektiert wird und somit das Bewusstsein über sich selbst gewahr wird. Über die klassische zwei-wertige Logik hinaus fragt das Bewusstsein: „Bin ich das oder bin ich das nicht?“, und von einer einfachen Reflexion zu einer doppelten Reflexion zu erweitert, wobei hier die Reflexion noch einmal reflektiert wird. Wenn diese Art von Reflexion unendlich weiterreflektiert wird und diese Iteration als Ganzes noch einmal reflektiert wird, ist sogar eine dritte Reflexionstiefe erreicht.
Die Quantenphysik ist nicht von irreflexiblen Prozessen bestimmt, sondern eben aus reflexiven Prozessen.
Die Parallelität von diesen Erkenntnissen zu C.G.Jungs Konzept der Dynamik zwischen dem Bewussten und Unbewussten, denn die Komplementarität der Physik hat eine tiefe Analogie zu den Konzepten des Bewussten und des Unbewussten.
Das bedeutet „ …, dass sobald in einem System, das wir beschreiben wollen, irreduzible Reflektionsprozesse sind, muss ich die in Form einer Komplementarität beschreiben. Und sobald ich ein System habe mit einer intrinsischen nicht reduzierbaren doppelten gegenseitigen Reflexion, bekomme ich komplexere Komplemenatritätsstrukturen. Ich nenne das orthogonale Komplementarität, in der zwei Komplementaritäten zueinander komplementär sind. Komplementarität bedeutet ja, dass ich eine thematische Inversion brauche, um etwas zu beschreiben, was in Wirklichkeit eine Einheit ist. Aber diese Einheit lässt sich nicht direkt wahrnehmen. Somit müssen zwei thematisch in der Inversion zu einander bestehende Begriffe beschrieben werden, weil das eine nicht ganz beschrieben werden kann. Das nennt sich orthogonale Komplementarität“. In dieser Komplementarität lassen sich durch Achsen der Objektivität und Subjektivität sowie Energie und Information von mehrwertigen Reflexionssystemen zusammenfassen. In solchen werden auch Kausalität und Synchronizität sichtbar gemacht sowie Darstellungen und Grundfunktionen des Bewusstseins kommen zum Vorschein.

Like this article?

Share on facebook
Share on Facebook
Share on twitter
Share on Twitter
Share on email
Send by email
Share on whatsapp
Share on WhatsApp